Der unsichtbare Gegner

Alles, was man sich in einer depressiven Phase wünscht, geht gerade in Erfüllung. Man hat keine überfüllten Plätze, keine vollen Läden... Es wird alles langsam ruhiger. Freunde melden sich, wenn dann nur über Messenger, obwohl es für mich nicht dasselbe ist, als ein normales Gespräch Unterfreunden, wenn man beisammen sitzt. Es ist eigentlich so, wie man es immer erklären wollte, wie man sich fühlt, wenn man zu Hause sitzt und eingesperrt zu sein. Genauso fühlt man sich.

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Der unsichtbare Gegner
© Depressionist

Alles, was man sich in einer depressiven Phase wünscht, geht gerade in Erfüllung. Man hat keine überfüllten Plätze, keine vollen Läden... Es wird alles langsam ruhiger. Freunde melden sich, wenn dann nur über Messenger, obwohl es für mich nicht dasselbe ist, als ein normales Gespräch Unterfreunden, wenn man beisammen sitzt. Es ist eigentlich so, wie man es immer erklären wollte, wie man sich fühlt, wenn man zu Hause sitzt und eingesperrt zu sein. Genauso fühlt man sich.

Doch es ist derzeit kein schönes Gefühl, ich habe eher die Furcht, das sich alles wieder zurückentwickelt von meinen Therapien her. Ich sollte jetzt eigentlich draußen sein, mit meiner Kamera ein paar Schritte laufen, aber ich komme nicht einmal einen Schritt weit vor die Tür. Ich habe vor ein paar Tagen aufgehört mir die Geschehnisse dieser Krise zu verfolgen, weil ich selbst mitbekommen habe, wie mich das alles noch weiter in ein Loch zieht.

Natürlich geht es nicht nur mir so, sondern auch vielen anderen Menschen die, an Depressionen leiden und diese haben mein volles Mitgefühl. Deshalb:

Macht das Beste draus, haltet die Ohren steif und den Kopf weit oben

Die Deutsche Depressionshilfe hat ein paar Hinweise zusammengefasst, die ich gerne teile:

  1. Struktur: Strukturieren Sie Ihren Tag und Ihre Woche im Vorfeld. Vom morgendlichen Aufstehen, Arbeits- oder Lernzeiten, Mahlzeiten bis hin zu schönen Dingen, wie lesen, Serie schauen, Balkon bepflanzen, Yoga, Entspannungsübungen…
  2. Bleiben Sie aktiv! Eine Runde Joggen oder mit dem Fahrrad fahren wirken Wunder.
  3. Kontakte: Wenn Sie im Homeoffice sind oder gar in Quarantäne, verabreden Sie sich mit Freunden und Familie zum Telefonieren. Auch Chats oder Onlineforen helfen gegen die Einsamkeit.
  4. Schlaf: Sie fühlen sich erschöpft und neigen dazu, sich ins Bett zurückzuziehen? Dies führt allerdings eher zu einer Zunahme des Erschöpfungsgefühls und der Depressionsschwere. Deshalb empfehlen wir, nicht früher ins Bett zu gehen oder sich tagsüber hinzulegen. Eine feste Tagesstruktur kann dabei helfen.
  5. Therapie: Auch während der bundesweiten Kontaktsperre können Sie in Ihre  psychotherapeutische Praxis gehen. Die Besuche dort fallen unter die Regelungen zum „Arztbesuch“ und Psychotherapie ist eine „notwendige medizinische Leistung“. Falls Sie z.B. aufgrund einer Quarantäne nicht zu Ihrem Psychotherapeuten gehen können, bieten viele Praxen inzwischen Video-Sprechstunden an. Fragen Sie bei Ihrem Therapeuten nach, ob das möglich ist. 
  6. Seriöse Informationen: Fakten mindern Ängste. Nutzen Sie seriöse Quellen, um sich zu informieren (Robert-Koch-InstitutBzgA) und checken Sie die Nachrichten nur so oft, wie es Ihnen guttut.
  7. Hilfe: Sprechen Sie mit anderen über Ihre Sorgen und Ängste, z.B. mit der Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222. Hausärzte, Fachärzte und psychiatrische Kliniken sind nach wie vor geöffnet. Scheuen Sie sich nicht in Krisen, nach Hilfe zu fragen.
  8. Nutzen Sie ein Online-Programm, wie z.B. unser Programm iFightDepression.

Bis zum nächsten Beitrag,
Ronny