Wie ich zur Fotografie kam oder sie zu mir

Das hört sich vielleicht ein bisschen wie ein Märchen an, aber wenn ich zurückblicke, war es das irgendwie auch. Die Fotografie kam sozusagen wie ein Held auf einem Pferd in mein Leben geritten, um mich aus einem wirklich ziemlich dunklen und tiefen Loch herauszuholen.

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Wie ich zur Fotografie kam oder sie zu mir
© Depressionist

Dieses dunkle und tiefe Loch, von dem ich spreche, sind meine Depressionen. Vor über zwei Jahren kam ich in eine Abwärtsspirale. Ich fühlte mich wie ausgebrannt, verbrachte meine Tage im Bett mit der Decke über dem Kopf, unfähig aufzustehen, zu essen, mir die Haare zu kämmen, Menschen zu treffen oder sogar Freude zu empfinden.

Bei zu viel Trubel wurde ich wie überfahren zurückgelassen, ohne dass überhaupt jemand wusste, wie intensiv die Synapsenparty war, die sich in solchen Momenten in meinem Kopf abspielte. Ich war so oft traurig, dass die Tränen, die ich seitdem vergossen habe, gefühlt ein ganzes Meer füllen würden. Ich aß kaum noch etwas, da es mich zu viel Kraft kostete, mich um mich selbst zu kümmern.

Nach einigen Monaten „gute Miene zum bösen Spiel machen“ war mir klar, dass etwas ganz und gar nicht mit mir stimmte und sich etwas ändern musste.

Entgegen meiner Erwartungen sollte dies ein langer Prozess aus Therapiesitzungen, Klinikaufenthalten und Selbstexperimenten werden. Eines dieser Experimente war sozusagen der Sprung in die Fotografie und es war wirklich eher eine Arschbombe als ein graziler Köpper, so unvorhergesehen und kraftvoll war mein erstes Eintauchen in diese Welt.

Für mich stand fest, mir eine Kamera zuzulegen und meinen Arsch aufzumachen um schöne Motive zu finden. Anfangs war es sehr schwer mich in meine Kamera reinzufinden und auszutesten. Auch war es sehr frustrierend Fotos zu machen die am Ende nichts geworden sind. Aber ich blieb am Ball.

In meinem ersten Tagesklinikaufenthalt, lernte ich Herr Zöllner kennen, der eine  Kreativ-Werkstatt ( Fototherapie) in der Klinik anbot und diese auch gern genutzt war. Ich traute mich eines Tages zu ihm mit meiner (ich finde sie heute wirklich so) schrecklichen Panasonic und knipste mit ihm ein paar Bilder. Aber so wirklich der Bringer waren diese nicht und ich entschloss mich mir eine bessere Kamera für meine Zwecke anzuschaffen, so kam ich nach langen suchen und vergleichen im Internet zu meiner Canon. Ich ließ mir in der Klinik ein paar Funktionen erklären und experimentierte fleißig mit ein paar Einstellungen und mein Ehrgeiz war geweckt.

Auch nach der Klinik machte ich mich öfters auf die Pirsch nach ein paar guten Bildern, dabei hatte ich die Augen immer offen nach kleinen Insekten und abstrakten Formen. Ich erkannte schnell, dass es nicht immer einfach ist diese auf ein Bild zu bekommen, so das es mir auch am Ende gefällt (das geht mir bis heute so, ich bin sehr selbstkritisch). Ich habe schon ein paar Pläne im Kopf für ein paar "spektakuläre" Bilder z.B. Sternenfotografie, aber dazu fehlt mir ehrlich gesagt immer noch der Elan für den Tag oder in diesem Falle für die Nacht. 

Nun, da ich ein weiteres Mal in der Tagesklinik bin, wurde mir die Kreativ-Werkstatt wieder einmal angeboten. Dieses Angebot nehme ich natürlich gern an und freue ich auch schon ein (kleines) Loch in den Bauch. 


Bis zum nächsten Beitrag,
PhotoDepressionist